In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich dich auf meinem Weg zur nächsten Veröffentlichung mitnehmen.
Es beginnt mit einer Premiere für mich: das Plotgutachten.
Im letzten Jahr kam das Schreiben viel zu kurz. Vor der Veröffentlichung von „Vollmondkind – Gemeinsam bleiben“ habe ich mein Manuskript zwar intensiv überarbeitet und korrigiert. Aber der Großteil des kreativen Schreibprozesses war bereits erledigt. Zwischen Lektorat, Coverdesign und Buchsatz blieb keine freie Minute, um sich einer neuen Geschichte zu widmen. Die zweite Jahreshälfte stand rund um die Veröffentlichung ganz in Zeichen von Marketing, BlogTour und Social Media. Wenn es mal Gelegenheit zum Schreiben gab, war mein Kopf wie leergefegt und gleichzeitig übervoll mit allem außer Ideen.
Das hat sich nun geändert. Ich habe meinen Entwurf für einen vierten Teil der Vollmondkind Saga auf dem Tisch. Die Motivation ist zurück und die Lust aufs Schreiben wieder groß. Schauen wir mal, was daraus wird. Soviel ist sicher: es liegt ein langer Weg vor mir.
Die einzelnen Schritte dokumentiere ich in fortlaufenden Blogartikeln. Wenn alles klappt, wie ich mir das denke, entsteht so nicht nur mein neues Buch, sondern auch eine Art Schreibtagebuch.
Plotter oder Pantser - das ist hier die Frage
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Sorten von Autoren: die Plotter (strukturierte Planer) und die Pantser (spontane Schreiber). Aber natürlich gibt es wie überall jede denkbare Zwischenstufe, wie ein Schriftsteller seine nächste Geschichte entstehen lässt.
Entgegen meines sehr strukturiert durchorganisierten Alltags bin ich beim Schreiben bisher eher ein Pantser. Wenn mir eine Szene durch den Kopf geistert, schreibe ich sie auf. Dann schaue ich, wo sie ins Manuskript passt und entwerfe einen Handlungsstrang, der meine Charaktere irgendwann dorthin führt. Manchmal stelle ich fest, dass die Szene doch nicht mehr (an dieser Stelle) zu meiner Geschichte passt. Dann wird sie entweder verschoben oder ganz im Sinne von „kill your Babies“ gelöscht.
Die ersten drei Bände der Vollmondkind Saga habe ich genau auf diesem Weg geschrieben. Erst im Zuge des Lektorats wurden Spannuungsbogen, Handlung und Logik überprüft und rigoros verbessert. Das war sehr arbeitsintensiv, aber auch unglaublich lehrreich.
Nun betrete ich gleich in mehreren Bereichen Neuland. Der vierte Teil meiner Vollmondkind Saga soll sich ebenso nahtlos an die bisherigen Bände anschließen. Dafür habe ich bereits in „Vollmondkind – Gemeinsam bleiben“ einige Grundsteine gelegt. Es sind keine massiven Cliffhanger wie in den vorherigen Teilen, weil sich alle Lesenden leider auf eine etwas längere Wartezeit einstellen müssen. Das wäre zu fies gewesen.
Aber diese sogenannten „losen Enden“ nehme ich nun wieder auf und entwickele daraus ein neues Manuskript. Dafür habe ich den Anspruch etwas strukturierter vorzugehen – also etwas mehr zum Plotter zu werden.
Doch was soll ich sagen? Es fällt mir schwerer als gedacht. Zurzeit knirscht und knackt es noch gehörig im Getriebe. Das frustriert mich extrem und gibt mir das Gefühl, vollkommen unproduktiv zu sein.
Da kam das neue Angebot meiner Lektorin genau zu richtigen Zeitpunkt: ein Plotgutachten! Wie so oft im Entstehungsprozess meiner Bücher habe ich auf meinen Bauch gehört und kurzerhand einen Slot im Lektorat Heimathafen gebucht. Jetzt habe ich bis Mitte März Zeit, einen Kapitelplan zu entwerfen und meine nächste Geschichte in einen Rahmen zu bringen.
Vielleicht wird aus mir auf diesem Weg ja doch noch ein Plotter …
der Mondkalender bestimmt das Tempo
Wer meine Vollmondkind Saga kennt, der weiß, ich verwende in meiner Geschichte den realen Kalender und die echten Vollmondtermine. Das bleibt auch in diesem Buch so.
Zusätzlich habe ich noch den Anspruch, dass die wichtigen Dinge nicht an einem ganz normalen Vollmond passieren. Zum Glück gibt es von 2023 bis heute zahlreiche außergewöhnliche Mond-Ereignisse: Finsternisse (Total und teilweise), Supermonde und sogar zwei Blue Moon Termine. Der zeitliche Rahmen steht also fest und bietet einiges an Potential.
Jetzt sollte man denken, damit ist es doch ziemlich einfach, eine Handlung in den Kalender hinein zu „stricken“. Tja, weit gefehlt. Ich habe wochenlang am Laptop gesessen und gegrübelt, verschoben, wieder verworfen und bin verzweifelt. Zum Glück kam mir irgendwann die Idee, meinen bisherigen Entwurf auszudrucken. Sobald ich die Blätter auf unserem Esstisch ausgebreitet hatte, ging es quasi wie von selbst.
Plötzlich sind alle Puzzleteile an den richtigen Platz gerückt. Ich weiß jetzt, wann die entscheidenden Meilensteine meiner Geschichte stattfinden. Der Rest lässt sich sozusagen „rückwärts planen“ und ich weiß endlich, wann der 4. teil von „Vollmondkind“ beginnt.